Wie ich ein Graphitporträt von Anne Shirley erstellt habe
Ein Blick hinter die Kulissen des Entstehungsprozesses eines Graphitporträts mit Graphitstiften, Kohlepulver und hochwertigem Zeichenpapier.
Wie ich ein Graphitporträt von Anne Shirley erstellt habe
Jedes Porträt erzählt eine Geschichte, lange bevor die fertige Zeichnung entsteht.
Für dieses Kunstwerk habe ich Anne Shirley aus Anne with an E gewählt. Ihr ehrliches Lächeln, ihre Neugier und ihre Wärme machen sie zu einer meiner liebsten fiktiven Figuren. Ich fand die Beziehung zwischen Anne und Gilbert schon immer besonders berührend und hoffe, die beiden eines Tages gemeinsam zeichnen zu können.
Dieser Artikel nimmt dich mit hinter die Kulissen meines Zeichenprozesses – von der Vorbereitung des Papiers bis zu den letzten Highlights.
Vorbereitung des Arbeitsplatzes

Bevor ich die ersten Linien auf das Papier setzte, bereitete ich alle Materialien vor, die ich benötigen würde.
- Graphitstifte
- Kohlepulver
- Knetradierer
- Druckbleistift (0,5 mm, B)
- Schminkpinsel zum Verblenden
- Ein weicher Make-up-Schwamm
Danach fügte ich weitere Details mit Graphitstiften hinzu ...
Der weiche Make-up-Schwamm gehört zu meinen liebsten Werkzeugen am Anfang eines Zeichenprozesses.
Statt mit dunklen Konturen zu beginnen, lege ich zuerst die allgemeinen Tonwerte mit Kohlepulver fest. Selbst wenn die Gesichtszüge noch kaum sichtbar sind, hilft mir der Schwamm dabei, die zukünftige Form des Porträts zu erkennen und das Licht einzuschätzen, bevor ich dunklere Details ausarbeite.
Den Zeichenprozess ansehen
Dieses kurze Zeitraffer-Video zeigt ungefähr zweiundvierzig Sekunden meines Zeichenprozesses.
Es zeigt nicht jede einzelne Phase, aber man kann sehen, wie das Porträt nach und nach durch viele Graphitschichten entsteht.
Die Wahl des Papiers

Für dieses Porträt habe ich hochwertiges Canson-Zeichenpapier verwendet, das speziell für Graphit und Kohle geeignet ist.
Was ich an diesem Papier besonders mag, ist seine Oberfläche. Es nimmt Kohlepulver sehr gut auf, ohne dass es ständig abfällt, und ermöglicht gleichzeitig, mit einem Knetradierer saubere Highlights herauszuarbeiten.
Aufbau des Porträts
Der größte Teil des Porträts wurde mit einem 2B-Graphitstift gezeichnet.
Für die feinsten Details – besonders an Augen, Wimpern und kleinen Gesichtspartien – habe ich zu einem Faber-Castell-Druckbleistift mit 0,5 mm Mine und Härtegrad B gewechselt.
Ein H-Stift wurde nur gelegentlich für sehr feine Korrekturen und leichte Konstruktionslinien verwendet.
Das Kohlepulver sorgte für die dunklen Hintergrundwerte und stärkeren Kontrast, während weiche Schminkpinsel halfen, sanfte Übergänge zu erzeugen, ohne die Papieroberfläche zu beschädigen.
Der Hintergrund ist nicht vollkommen gleichmäßig geworden, aber ich mag die natürliche Struktur, die dadurch entstanden ist. Vor allem sorgt sie für einen stärkeren Kontrast und lässt Annes Gesicht deutlicher hervortreten.
Das fertige Porträt

Einer meiner liebsten Teile dieser Zeichnung ist Annes Lächeln.
Einen echten Ausdruck einzufangen, ist für mich immer erfüllender, als nur ein Foto zu kopieren. Mein Ziel ist es, nicht nur die Ähnlichkeit, sondern auch das Gefühl hinter dem Moment zu bewahren.
Ich hoffe, diese kleine Geschichte hinter den Kulissen gibt dir einen Eindruck davon, wie viel Sorgfalt in jedes Graphitporträt fließt.
Jede Auftragszeichnung folgt derselben Philosophie: sich Zeit für jede Schicht, jeden Schatten und jedes kleine Detail zu nehmen, bis das Porträt lebendig wirkt.
Wenn ich ein Porträt aus deinem eigenen Foto erstellen darf, freue ich mich sehr, deine Geschichte kennenzulernen.
